Medi-Netz

Medi-Netz Koblenz

Die Nationalität ist der Abbildung 1 zu entnehmen

"Ich würde gern in Verhältnissen leben, die mich nicht dauernd ausspucken."

(Aussage eines psychisch kranken Koblenzer Obdachlosen Februar 2018)

MediNetz Koblenz e.V. – Eine erste Zusammenfassung

Als sich MediNetz Koblenz e.V. im August 2016 gegründet hat, ließ sich der Bedarf an medi­zinischer Versorgung für Menschen ohne Krankenversicherung schlecht abschätzen. Be­kannt war lediglich, dass das Medinetz Mainz etwa 150 Patientinnen und Patienten pro Jahr an Ärztinnen und Ärzte zur Behandlung vermittelt.

Seit September 2016 bieten wir eine monatliche Sprechstunde an, die in der Regel auch ärztlich<s>/</s> besetzt ist, sodass bei manchen Erkrankungen direkt behandelt werden kann.

In die Sprechstunde kommen  bis zu vier PatientInnen, ansonsten erfolgt die Kontaktauf­nahme oft über Telefon, gelegentlich auch über soziale Medien (Facebook, Whatsapp). Es melden sich sowohl die Betroffenen selbst als auch Ehrenamtliche oder Hauptamtliche aus Beratungsstellen, aber auch aus Ämtern (Jugendamt, Sozialamt, Gesundheitsamt).

Darüber hinaus wird im Winter bei Bedarf der Kältebus ärztlich mitbesetzt, was die Mitarbei­ter der Schachtel e.V. als hilfreich empfinden. Hier wird, wie auch beim Klientel der Woh­nungslosenhilfe der Caritas in der Neustadt 20, die fehlende Krankenversicherung nicht als Voraussetzung für Hilfe betrachtet. Für obdachlose Menschen ist der Zugang zu medizini­scher Versorgung so schwierig, dass eine Unterstützung beim (Wieder‑) Aufsuchen des Systems oft erforderlich ist.

Bis Ende 2017 betreuten wir 68 PatientInnen (91 Fälle)

Von den 68 PatientInnen waren

  • 10 minderjährig

  • 31 männliche Erwachsene

  • 26 weibliche Erwachsene

  •   1 transsexuelle Erwachsene

Die Wohnsituation stellt sich wie folgt dar:

  •   3        Obdachlose

  • 10        Wohnungslose (darunter 2 Minderjährige)

  •   2        im Kirchenasyl

  •   3        ohne Papiere

  • 14        in Gemeinschaftsunterkunft  (1 Minderjährige)

  •   5        nicht bekannt

Damit befinden sich 32 in prekärer Wohnsituation – ca. 50%!

Die Nationalität ist der Abbildung 1 zu entnehmen

 

 

Abb. 1: Nationalität der PatientInnen

Das Spektrum der Erkrankungen ist weit, allerdings dominieren Schwangerschaften, psychi­sche Erkrankungen und Zahnerkrankungen. Abbildung 2 zeigt die Verteilung nach ICD-Gruppen

Abb. 2: Diagnosen nach ICD-Gruppen